Dürfen Schüler wirklich mitbestimmen?

Von Lorenz Vögel (Jahrgangsstufe 12)
Redakteur der Schülerzeitung InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten
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Es ist Freitag, der 6. November, Janine aus der 12. Klasse, Ben aus der 7. und ich machen uns nach der vierten Unterrichtsstunde auf zu einem Seminar der Friedrich Ebert Stiftung nach Potsdam. Wir gehören zu den gewählten Schülervertretern unserer Schule.  Bei dem Seminar „Schüler vertreten sich selbst“ wollen wir mit anderen Schülern von anderen Schulen zusammen lernen, was für Rechte wir als Schüler haben und wie wir sie einsetzen können.
Kaum angekommen erzählen uns die Seminarleiter Eric, Carl und Sebastian, letztere selbst noch Schüler, was wir am Wochenende alles vorhaben und wir starten mit einem kleine Spiel zum Kennenlernen á La „Ich packe meinen Koffer“.
In Gruppen wird es dann schon politisch und wir befassen uns mit grundlegenden Fragen wie z.B. „Muss die Schulleitung der Schülervertretung alle wichtigen Informationen weitergeben?“, „Kann jeder in der Schülervertretung mitmachen?“ und „Können wir überhaupt mitbestimmen?“.  Kurz gesagt, es geht demokratisch zu – man muss nur seine Rechte kennen und um die geht es bei diesem Seminar auch weiterhin. Wir sehen uns einzelne Paragraphen aus dem Brandenburgischen Schulgesetz genauer an und fassen die für uns wichtigen Dinge zusammen. Natürlich hat jeder Teilnehmer spezielle Fragen zur Schulpolitik, die sammeln wir und diskutieren darüber.
Damit haben wir den ersten Tag hinter uns gebracht und eine angenehme Nacht vor uns, die nur ab und an von „Viva Colonia“ – Gesängen unterbrochen wird…
Am zweiten Tag geht es um die Planung eines konkreten Projekts und die Durchsetzung des Vorhabens in der Schulkonferenz. Dabei geht es unter anderem darum, Argumente zu sammeln und rechtliche Unterstützung im Schulgesetz zu finden. Das dauert ganz schön lang und so beginnt unsere „Schulkonferenz zu Übungszwecken“ erst nach dem Mittagessen.
Je fünf Leute spielen Schüler, Eltern und Lehrer und bringen ihren Antrag ein. Das führt zu heftigen Diskussionen und obwohl es noch lange hätte weitergehen können, müssen wir irgendwann doch Schluss machen. Es gibt noch Kaffee und Kuchen und damit ist das Seminar auch schon fast wieder beendet.
In der Schlussrunde kommen wir noch einmal auf konkrete Probleme an der eigenen Schule zu sprechen und versuchen uns in der Gruppe zu helfen. In dieser leider zu kurz bemessenen Zeit kommen noch sehr viele produktive Ideen für die Praxis zusammen. Wir haben viel gelernt und Spaß hat es auch gemacht, nun müssen wir das nur noch umsetzen.

6 thoughts on “Dürfen Schüler wirklich mitbestimmen?

  1. Interessant und gut geschrieben, aber das mit dem Gesang versteh ich nicht. Eine Ergänzung wäre super!

  2. hey,
    klasse artikel finde ich toll geschrieben 😉
    scheint ja wirklich ziemlich interessant gewesen zu sein 🙂

  3. Eine sehr schöne Zusammenfassung für ein, wie es sich anhört, sehr schönes Seminar. Ein kleinerer Fehler bei „Kaum angekommen erzählen uns die Seminarleiter Eric, Carl und Sebastian, letztere selbst noch Schüler […]“
    ist das mit dem „letztere“. Ist es auf die letzten beiden oder ist es auf alle drei bezogen? Das kann ich leider nicht genau herauslesen. Ansonsten gut geschrieben zu einem Thema, dass meiner Meinung nach bei uns an der Schule zu kurz gefasst ist, da schließlich kaum einer die Rechte eines Schülers so genau kennt.

  4. @ David: Ein paar Teilnehmer haben des Nachts noch ihre Stimmbänder trainiert und Unsinn gemacht, ich lag da natürlich schon vorbildlich im Bett. 🙂
    @ Bastian: Vielen Dank für den Tipp, mit „letztere“ sind Carl und Sebastian gemeint. Die beiden sind 17 und 18 Jahre alt und leiten regelmäßig solche Seminare.

  5. Lieber Lorenz,
    du hast einen sehr guten Artikel geschrieben. Hat mir gut gefallen.
    Es freut mich, dass Ihr für Eure Schule interessante Ideen und Projektvorschläge mitnehmen konntet.
    Die Problematik mit der Zeit ist natürlich allgegenwärtig, kann aber durch ein Drei-Tägiges-Seminar ausgeglichen werden, dass wir ebenfalls anbieten. Auch Seminar mit einzelnen Schulen werden von der FES angeboten. So können gezielt Probleme /Projekte an Eurer Schule angesprochen werden und diese im Diskurs behandelt werden.
    Wenn du weitere Informationen zur Schülervertretung und/oder der FES möchtest, bzw. du, oder andere an deiner Schule, an weiteren Seminaren interessiert seid (z.Bsp auch zur Thematik Schülerzeitung), dann kannst du mir sehr gerne schreiben. Email hast du ja 😉
    Liebe Grüße
    Dein Seminarleiter Eric 🙂

  6. Der Artikel ist gut gelungen. Ich war ja selbst dabei und muss sagen es hat eine riesigen Spaß gemacht. Schade, dass wir nur so wenig Zeit hatten und so nicht jedes Problem besprechen konnten. Ich würde das jederzeit nochmal machen.

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