Ja mei, do sieht doch kei Mensch mehr dursch!!!

Von Alexander Rösnick (Kl. 8/2)
Redakteur der Schülerzeitung InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
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„Ja mei, do sieht doch kei Mensch mehr dursch!!!“ – So oder ähnlich denken sicher viele bei den vielen Dialekten in Deutschland. Bei den Bayern heißt’s „Grüß Gott“, bei den Sachsen „Gudden Dog“ und bei uns heißt es schlicht und einfach „Hallo“. Nicht nur jedes Bundesland hat seinen eigenen Dialekt, sondern oft haben auch Regionen innerhalb der Landkreise ihre eigene Ausdrucksweise!
Gehen wir mal auf unser wunderschönes Uckermärker-Kanal-Deutsch ein. Uckermärker-Kanal-Deutsch, auch Kanal-Platt genannt, wird häufig mit dem Berlinerischen verwechselt, was allerdings ein schwerwiegender Fehler ist. Im Berlinerischen wird ch zu ck, g zu j, das zu ditt und so weiter …
In unserem Kanaldeutsch aber wird meistens das g auch als g gelassen, dafür wird aber ein anderer schwerer Fehler gemacht, der im Berlinerdeutsch nicht vorkommt, die falsche Grammatik! Besonders der falsche Einsatz von „damit“ und das Einsetzen des falschen Falls sind hier sehr gebräuchlich. Hierzu ein paar Beispiele: „Kommst heut‘ mit nach mir?“ oder „Ich meine, damit er das falsch gesagt hat.“ Bei diesen Worten läuft manch einem ein Schauer über den Rücken und ich denke, dass dies auch durchaus berechtigt ist.
Letztendlich ist kein Dialekt perfekt. Es wäre auch nicht gut, wenn alle hochdeutsch sprechen würden, denn dann würden die Dialekte aussterben. In diesem Sinne: „Lass ma die Dialekte Dialekte sei und sprechma wie ma wolln bloß nett Grammadisch falsch, ne wahr?“
Eine Sache wäre da noch! Wer Anregungen zu diesem Thema oder andere eindrückliche Beispiele hat, kann diese unserer Schülerzeitung gern als Kommentar zukommen lassen. Macht einfach unten von der Kommentarmöglichkeit Gebrauch. Wir würden uns sehr freuen (und sicher auch viele unserer Leserinnen und Leser)!

27 thoughts on “Ja mei, do sieht doch kei Mensch mehr dursch!!!

  1. Super Artikel. Mal etwas anderes und außerschulisches 🙂 Ich finde es schon ziemlich beeindruckend, dass eine Sprache so viele unterschiedliche Dialekte hat. Im Deutschunterricht Klasse 9 haben wir einige davon bearbeitet und festgestellt, dass es auch innerhalb der Dialekte nochmals Unterschiede gibt. Mich würde mal interessieren, woher diese Dialekte überhaupt kommen?!

  2. Das ist ein super Artikel Alexander!
    Diese Sache mit den Dialekten ist meiner Meinung nach eine interessante aber leider auch ziemlich unbekannte Sache. Unbekannt in dem Sinne, dass sich nicht viele damit beschäftigen oder einfach darüber hinwegsehen.
    So war das bei mir auch. Ich zum Beispiel dachte, dass wir „berlinern“. Auf „Uckermärker Kanaldeutsch“ oder andere Bezeichnungen wäre ich nicht gekommen.
    Deshalb danke für diesen wirklich informativen Artikel!

  3. Ein super Artikel !
    Aber auch, wenn mir da selbst Fehler unterlaufen, ich glaube mit richtigem Hochdeutsch wäre alles schöner. In einem Urlaub in Österreich habe ich schon erlebt, dass ich mich fragte: „Sprechen die dieselbe Sprache wie ich?“, da wird der Dialekt dann manchmal zum Problem.
    Obwohl Dialekte ja manchmal eine ganz lustige Sache sind.

  4. Danke für das positive Feedback euch allen!
    Ich fand dieses Thema schon immer sehr interessant, da ich mit Uckermärker-, Berliner-, Sachsen- und Schwabendeutsch aufgewachsen bin und so all diese Dialekte fließend spreche! 😀
    @Anna
    Zur Entstehung weiß ich, das sich das dadurch entwickelt hat, dass die Leute früher nicht viel gereist sind und zur Zeit als Deutschland getrennt war sich viele eigene Dialekte entwickelt haben. Dadurch, dass dann auch noch einige Leute ihre eigenen Wörter dazugedichtet haben wird das ganze innerhalb eines Dialekts nochmal unterschieden.
    @Manuel
    Die Sache mit dem Schweizer- bzw. Österreicherdeutsch ist sehr interessant. Damit habe ich mich auch intensiv beschäftigt. Eigentlich sind Dialekte sehr interessant, aber wenn es dazu führt, dass man sich nicht mehr versteht, ist es nicht gut, obwohl Schweizerdeutsch sehr leicht zu lernen ist wie mir auffiel. Bei den Österreichern kenn ich mich nicht so gut aus.
    @ Alle
    Auf jeden Fall freue ich mich weiterhin auf viele Kommentare und Anregungen oder auch interessante und lustige Beispiele von euch!
    mfg Alex

  5. Dialekte sind ein spannendes Thema!
    Ich bin ab und zu im Süddeutschen Raum unterwegs und finde immer wieder spannend, dass manche die Dialekte dort überhaupt nicht verstehen. Mag an meiner Erfahrung liegen (Verwandtschaft) aber ich habe bei Schwäbisch und Bayrisch noch nie wirklich Probleme gehabt etwas zu verstehen – Ausnahmen sind höchstens Menschen, die wirklich nur Ur-Bayrisch oder tiefstes Schwäbisch sprechen.
    Am lustigsten finde ich, dass die Schwaben statt „halten“, „heben“ sagen. Auf die Frage „hebscht des mal?“ halte ich deshalb immer alles so hoch ich kann.

  6. Auch ein interessantes Beispiel Lorenz! Darüber wusste ich auch noch nicht Bescheid! 😀 Ich hatte das Phänomen, dass ich in der Schweiz genauso gut hätte mit Chinesen reden können als mit den Leuten dort! 😀

  7. Ich bin gespannt auf weitere Beispiele. Bitte schreibt mir Meinungen und mehr!!! 😉

  8. Nya … im Internet ist es ja nicht anders: z.B. das „Nya“ am Anfang „“oda““ xD zum Schluss und viele andere.
    Ich finde es mittlerweile auch voll schwer, Hochdeutsch zu reden oder zu schreiben. Aber man kann ja mal wieder versuchen, ein bisschen mehr ins normale Deutsch zurück zu kommen.
    Aber ich meine auch „bloß nicht aufhören die Dialekte zu sprechen bzw. zu schreiben xD“
    Weiter so Alex!!!
    Ich könnte das nicht! xD

  9. @ Hecke
    Ja, diese Internetsprache wäre noch mal einen eigenen Aerikel wert! Vielleicht überlege ich es mir ja. xD
    Schön, dass du mir zustimmst, dass die Dialekte nicht aussterben dürfen.
    @ Alex
    Danke für deinen Kommentar, aber hast du nicht vielleicht noch eigene Beispiele?
    @ Alle
    Vielen Dank euch allen und ich würde mich riesig über Beispiele freuen!

  10. Ich würde es sehr gut finden, wenn du als „Weiterführung“ noch einen Artikel zur Internetsprache schreiben würdest, denn das ist auch wieder ein Wissenschaft für sich 🙂

  11. @ Anna
    genau so ein Artikel ist bereits in Arbeit! Aber danke für den Tip! 😉

  12. Diesen Artikel finde ich richtig gut.
    Er ist sehr interessant und es ist wirklich mal ein bisschen Abwechslung.
    Ich war schon mal in Bayern und habe auch viele verschiedene Leute gehört, aber persönlich hatte ich keine weiteren Probleme beim Verstehen der Sprache.
    Mich würde auch mal interessieren wie diese Akzente eigentlich entstanden sind?!
    Wie Alex das mit den Artikeln immer hinbekommt, das ist echt super!
    Alex, mach weiter so! Sehr schön und interessant. 😀

  13. Ich muss ehrlich sagen, mittlerweile fällt es mir schwer korrekt zu schreiben bei der vielen Internetsprache!

  14. Ich finde das irgendwie voll cool, wie viele Facetten/Dialekte die deutsche Sprache haben kann. Ich möchte auch mal nach Bayern, aber ich glaub‘, ich komm mit der Sprache dann nich klar. ;D
    Der Artikel ist interessant. Mach weiter so 🙂

  15. Ja, du hast recht. Die Bayern sind wirkich schwer zu verstehen. Die haben ja teilweise andere Wörter als wir.
    Aber die sind nicht die schlimmsten. Die schlimmsten sind immer noch die Tiroler. Die versteht man überhaupt nicht

  16. Vielen Dank! Ich werde mich bemühen. Ich war erst ein Mal in Bayern und irgendwie ist mir der Dialekt dort gar nicht aufgefallen. Obwohl ich glaube, dass das auch von Region zu Region unterschiedlich ist.

  17. Ich finde den Artikel sehr interessant und hatte mich auch vorher noch nie selbst mit dem Thema beschäftigt. Es ist eine sehr gute Zusammenfassung und ist auch leicht verständlich. Auch die Bezeichnung „Uckermärker-Kanal-Deutsch“ war mir bisher unbekannt. Es stimmt auch wirklich, dass viele sagen, wir sprechen „berlinerisch“.
    Weiter so 🙂

  18. Als aller erstes: ein sehr guter Artikel Alex, so wie eigentlich immer.
    Nun zum Artikel. Ich war zwar noch nie in Bayern, aber ich denke, dass ich auch kein Wort verstehen würde. (;
    Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Berliner wirklich schlimm reden können. Aber das ist ja nicht in allen Teilen von Berlin so.
    Sehr schöne Beispiele, mach weiter so. (:

  19. Ich finde den Artikel sehr gut. Denn er hat wiedergespielgelt, dass wir Deutschen uns um mehr Ausdruck und Grammatik bemühen sollten. Und manche machen sich über den bayrischen Dialekt lustiq, dabei sollten diese sich mal ,,an die eigene Nase fassen“.
    Ein großes Lob Alex! 😉

  20. Schöner Artikel ! 😉
    Das Thema ist sehr interessant und der Artikel ist wirklich informativ. Ich habe neulich erst gehört, dass es sogar schon Seminare gibt, in denen man wieder erlernen kann, hochdeutsch zu sprechen – da manche Dialekte zu unseriös sind!
    Weiter so Alex ;D

  21. Vielen lieben Dank für die vielen netten Kommentare. 😀

  22. Nun ist ja der Artikel über Chatsprache auch veröffentlicht, also schaut bitte rein. Der Autor ist ein Freund von mir, ich denke, das er sich über Kommentare freuen würde. 😉

  23. Ein toller Artikel!
    Ich dachte immer, Dialekte und Sprache wären langweilig! Dabei ist das ja sehr interessant.

  24. Ja das stimmt! Daher habe ich mich ja auch so umfassend damit beschäftigt! 😀

  25. Hallo!
    Ich bin eine ehemalige Schülerin und habe in der Schulzeit zu gerne Berlinerisch und zum Teil Uckermärker-Kanaldeutsch gesprochen. Dich und dir konnte ich (ehrlich gesagt) erst in der 11./12. Klasse beim Sprechen unterscheiden. Das habe ich mir richtig abgewöhnt.
    Da ich beruflich aber Hochdeutsch sprechen muss, kann ich mittlerweile sehr gut auf Knopfdurck Hochdeutsch sprechen. Meistens in Verbindung, wenn ich jemanden mit „Sie“ anspreche.
    Im privaten spreche ich dagegen umso mehr Berlinerisch. Ich liebe unseren Dialekt, lege aber trotzdem viel Wert darauf, dass die Grammatik meistens richtig ist. Ich hatte schließlich Deutsch als Leistungskurs bei Frau Krause 😉

  26. Ja, so sehe ich das eigentlich auch! Es ist okay, Dialekte zu sprechen, es ist aber nicht okay, dass man sie in der Schule „verwendet“. Ungefähr so wie mit der Chatsprache!
    Ich spreche auch gerne unseren Dialekt, kann allerdings ohne Probleme umschalten. 😉
    Vielen Dank für ihr Kommentar Frau Grenz!

  27. Erstmal , gut gelungener Artikel ! (:
    So und dann , …
    Ich selbst bin in Bayern aufgewachsen, bin also echte Bayrin. 😀
    Seit einem guten Jahr wohne ich jetzt hier, und ich muss sagen, die viele falsche Grammatik bringt mich echt oft durcheinander.
    Manchmal verstehe ich, wenn ein Uckermärker vor mir steht und anfängt zu babbeln, sogar nicht einmal den Sinn.
    Deswegen bin ich auch froh, dass in der Schule fast alle Lehrer Hochdeutsch reden, so dass man dann wieder alles verstehen kann. 😉
    Ich selbst höre das, wie man sagt, Uckermärker-Kanaldeutsch nicht besonders gerne.
    Leider habe ich mich auch schon daran gewöhnt wie eine echte Berlinerin zu reden, was mich echt stört.
    Ich selbst würde lieber bei meinem schönen Bayrisch bleiben. Auch wenn es mir schwer fällt, gebe ich mir Mühe, es wenigstens wieder etwas zu beherrschen. 😉
    Obwohl man auch erwähnen muss, dass ich zum Beispiel aus Mittelfranken komme. Und in Franken wird Fränkisch gesprochen. Bayrisch und Fränkisch unterscheiden sich ja dann auch noch einmal extrem.
    Es gibt ja auch nicht nur Mittelfranken, sondern auch Oberfranken usw.
    Und Oberfränkisch unterscheidet sich dann auch noch einmal von Mittelfränkisch. 🙂
    Oberfränkisch zum Beispiel ist eben noch einmal schwerer zu verstehen.
    Freunde von mir, wenn die mich daheim besuchen, und meine Oma, (eine Oberfränkin, die noch perfektes Oberfränkisch spricht) reden hören, schauen nur hilflos um sich, weil sie kein Wort verstehen.
    Wenn Freunde jetzt aber meine Mutter (eine Mittelfränkin mit ebenfalls noch perfektem einheimischen Dialekt) reden hören, verstehen sie stückweise etwas.
    Nicht alles, aber wenigstens etwas. 😀
    Das liegt einfach an den vielen unterschiedlichen Wörtern. 🙂

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