Eine Uni von innen

Von Manuel Hartmann (Q 2)
Redakteur bei InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
Fotos: Ilja Krüger (Q 2)
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Am Dienstagmorgen, den 15.02.2011, trafen wir uns noch vor Schulbeginn am Angermünder Bahnhof. Wir, das waren Schülerinnen und Schüler aus den beiden Grundkursen Chemie von Frau Dr. Hainich-Doepner, die zu einer Fahrt zu einem Chemiepraktikum nach Potsdam bereit waren. Wobei gesagt werden muss, dass schon allein die Vorbereitungsaufgaben es in sich hatten.
Angekommen in Potsdam waren wir erleichtert, dass der Fußweg zwischen Bahnhof und Labor sehr kurz war. Als unsere Blicke erstmals über den Campus der Potsdamer Uni schweiften, waren wir beeindruckt von den riesigen Gebäuden. Sie ließen unser Angermünder Einstein-Gymnasium ziemlich winzig aussehen. Dieser Blick auf den vor uns liegenden Campus weckte in uns sehr hohe Erwartungen an das Chemiepraktikum auf diesem Gelände.
Professor Bechmann empfing uns in der Fakultät für Chemie. Nachdem wir uns etwas „eingelebt“ hatten, ging es an die Physikalische Chemie. Zweifellos zwei Fächer, deren Kombination bei einigen von uns anfangs für schwerwiegende Auffassungsprobleme sorgte. Als wir aber die Erklärung des Professors hörten, schienen sich unsere Gehirne wieder etwas zu entkrampfen.

Links Frau Dr. Hainich-Doepner, rechts Professor Bechmann
Links Frau Dr. Hainich-Doepner, rechts Professor Bechmann

Für unseren Besuch an der Uni gab es viele Gründe: er sollte unsere Studierfähigkeit verbessern und unser Interesse am Studium wecken, wir wollten die Universität Potsdam kennenlernen und Laborerfahrungen sammeln und vieles mehr. Doch der eindeutig wichtigste Grund für unsere Fahrt war das Experimentieren. Nachdem die gesamte Gruppe in weiße Kittel gehüllt wurde, machten wir meiner Meinung nach einen ganz kompetenten Eindruck. Wir „titrierten“. Bei diesem Verfahren wird ein Stoff unbekannter Konzentration (die Probe) mit einer Maßlösung, deren Konzentration bekannt ist, zur Reaktion gebracht. Das verbrauchte Volumen der Maßlösung wird gemessen und mit Hilfe stöchiometrischer Berechnungen kann dann die Konzentration der Probe berechnet werden.
Eine Bürette
Eine Bürette

Unsere Aufgabe war es Essigsäure (Probe) mit Natriumhydroxyd (Maßlösung) zu titrieren. War der gewünschte pH-Wert erreicht, färbte sie sich rosa. Zu dieser Färbung kam es aber nur, wenn man den Indikator (Phenolphtalein) nicht vergessen hat. Eine zittrige Hand beim Dosieren oder das Vergessen des Indikators sorgten bei einigen von uns dafür, dass im Protokoll sehr wunderliche Zahlen standen.
Nach drei Stunden waren wir mit unserem Laborpraktikum fertig. Damit unterboten wir die zeitliche Planung unserer Schulleiterin und des Professors. Doch das gab uns noch die Gelegenheit, kurz einen Blick in einen Hörsaal zu werfen. Für mich unvergesslich bleibt der Blick auf die Tische der der letzten Reihe, die definitiv bis zu Limit bekritzelt und verunstaltet waren. Unser unvorhergesehen zügiges Experimentieren im Labor ermöglichte uns schließlich noch ein erlebnisreiches Essen in der Unimensa.
Ilja Krüger
Ilja Krüger

Zum Abschluss unseres Tages als „Studenten auf Probe“ trafen wir uns nach dem Essen in der Mensa wieder am Eingang der Fakultät. Angefüllt mit neuem Wissen und vielen Eindrücken machten wir uns auf den Weg nach Hause, wo uns am nächsten Morgen wieder unser Schulalltag erwartete.

1 thought on “Eine Uni von innen

  1. Echt super, dass solche Möglichkeiten geboten werden!
    Der Artikel ist ebenso super!
    Fotos sehr gut gelungen!
    Danke, denn ohne den Bericht hätten wir Außenstehenden davon nicht viel mitbekommen.
    Im Großen und Ganzen ein tolles Ereignis, über das in einer sehr guten Form berichtet wurde.

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