Orchideenrettung für Abiball – mit Mistgabeln ans Werk

Fotos und Text: Jana Maier (Biologie- und Lateinlehrerin am Einstein-Gymnasium Angermünde) und Ines Eichhorn (Deutsch- und Lateinlehrerin am Einstein-Gymnasium Angermünde)
Gastredakteure bei InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
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Vormals bereinigten Pferde und deren Halter die ausgedehnten Wiesen nahe des beschaulichen Mudrowsees im Südosten von Angermünde, eingebettet zwischen den Großschutzgebieten „Nationalpark Unteres Odertal“ und „Biosphärenreservat Schorfheide Chorin“.
Vormals konnten Orchideen, wie das Breitblättrige Knabenkraut oder die Sumpf-Stendelwurz, sich ungestört ihrem Wachstum und ihrer Schönheit auf diesen Flächen hingeben.
Vormals bedurfte es keiner zusätzlichen freiwilligen Helfer, die die ehemaligen Koppeln vom überflüssigen Gras befreiten.
Heute ist das anders. Nur durch menschliches Zutun können wertvolle Pflanzenarten uns und der Nachwelt (hoffentlich) erhalten bleiben. Für diese Saison übernahm es freiwillig mehr als ein Dutzend unserer Elftklässler, die beherzt zu Grasharke und Forke griffen, um den edlen Gewächsen einen angemessenen Lebensraum zu bieten.
Wir trafen uns mit der Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbands Uckermark-Schorfheide, Frau Carolin Priefert, vor 10 Uhr am heutigen Samstag (14.10.2017) an der Angermünder Stadtrandsiedlung, um von dort aus das recht große Areal für unseren Einsatz in Augenschein zu nehmen.
 

Im schraffierten Gebiet ging es ans Werk (Karte des Landschaftspflegeverbands Uckermark-Schorfheide e.V.)

 
Nach präzisen Erklärungen ging es unter Beobachtung der Presse auch sofort ans Werk. Wir harkten das bereits gemähte Gras zusammen und nahmen es mit der Mistgabel auf. Dann transportierten wir die Mahd auf großflächigen Folien aus dem Wachstumsbereich der zu erhaltenden Blumen. Mit großem Elan und körperlichem Einsatz bewältigten die Schüler den größten Teil der Fläche.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Dieser Fleiß wurde nach unermüdlicher Arbeit durch eine zünftige Mittagsmahlzeit am Ufer des kleinen Sees belohnt. Es gab eine wohlschmeckende Kartoffelsuppe – über einer Feuerstelle erwärmt – und frisches Landbrot mit Kräuterbutter oder Schmalz. Was will man mehr?
 

 

 
Gegen 13.30 Uhr traten wir den Heimweg an – zufrieden mit unserem Werk, erschöpft von Bewegung an frischer Luft, umgeben mit einem guten Gefühl, etwas Nützliches für unsere unvergleichliche und unbedingt erhaltenswerte uckermärkische Landschaft geleistet zu haben.
Einen besonderen Bonus gab es auch noch: Unsere Abikasse ist nicht mehr leer, denn der Landschaftspflegeverband füllte sie mit einer Spende von 400 Euro.

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