Die Verschwörung – Protokoll 88

Vorbemerkung: Der folgende Artikel ist der Beweis dafür, dass Buchrezensionen zum eigenen Lesen des Buches verführen können. Die Rezension „Das Kopernikus-Syndrom“ von Janin Zimmermann (Kl. 10/3) war für eine andere Schülerin der Anlass, sich dieses Buch sofort bei der Rezensentin auszuleihen, es zu lesen und dann sogar eine eigene Rezension zu schreiben. Wir sind gespannt auf Eure Kommentare.
Von Carolin Alm (Kl. 7/3)
Redakteurin bei InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
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„Transkranielle Augen, 88, die Zeit des zweiten Boten ist gekommen. Heute die Zauberlehrlinge im Turm, morgen unsere mörderischen Väter im Bauch, unter 6,3.” 
Diese Zeilen hört Vigo Ravel am 8. August im SEAM Turm vor der Praxis Mater seines Psychologen. Seine offizielle Diagnose: Schizophrenie. Doch die Zeilen machen ihm Angst. Voller Panik rennt er aus dem Turm. Ein paar Sekunden später: die Explosion. Ein Attentat. Im Pariser Viertel La Défense entsteht eine Massenpanik. 2635 Personen befanden sich im Turm. Der einzige Überlebende: Vigo Ravel. Er wollte unbedingt wissen, ob sein Psychologe überlebt hatte. Seine einzige Vertrauensperson. Doch die Praxis existiert nicht. Er dachte es sei nur eine Ausgeburt seines psychisch kranken Hirns.
Doch alles sollte anders kommen … Seine Wohnung wird überwacht. Seine „Eltern” sind im Urlaub. Er flüchtet, freundet sich mit einer Polizistin an und wohnt bei ihr. Zusammen mit Agnès und der „kleinen” Hackergruppe SpHiNix decken sie eine riesige Verschwörung auf: Er heißt nicht Vigo Ravel. Er ist nicht schizophren. Seine Eltern sind falsch. Seinen Psychologen gibt es nicht. Seine Arbeitsstelle gibt es nicht. Aber einen Vertrag, der alles regelt! Protololl 88. Er wurde behandelt. Er war ein Versuchskaninchen für Magnetische Transkranielle Stimulation, kurz MTS. Sein Leben: ein Scherbenhaufen.
Bei der ganzen Geschichte handelt es sich um das Buch „Das Kopernikussyndrom” von Henri Loevenbruck. Der Autro schafft es fabelhaft, sich in Vigo hineinversetzten zu können. Man fiebert förmlich mit. Das Kopernikussyndrom ist ein futuristischer Psychothriller. Verwirrung, Leben und Tod, Freunde, Hilfsbereitschaft, Wahrheit, Vertrauen, Lügen, Macht, Unwissenheit, Krisen, all das auf 489 Seiten zusammengefasst. Manche der Szenarien sind zum Trauern und Weinen.
„Dieses Bedürfnis, mit einem Psychologen über sich zu reden, ist im Grunde genommen nichts anderes als der Ausdruck der Enttäuschung. Weil wir niemanden haben, der uns zuhört, niemanden, der uns richtig versteht. Nicht wahr? Also traut man sich einem Psychologen an und redet sich ein, dass er einen durch seine Professionalität und seine Objektivität versteht. Das beruhigt uns.”
Das Buch ist nur weiter zu empfehlen, um in eine andere, spannendere Welt einzusteigen. Ein Psychothriller der seinen Namen zu Recht trägt.
 

Coverabbildung mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Droemer Knaur

 

1 thought on “Die Verschwörung – Protokoll 88

  1. Eine kurze Anmerkung vom Knaur Verlag: Eine wirklich tolle Rezension. Carolin Alm hat Henri Loevenbrucks Buch spannend auf den Punkt gebracht und kann sich in ihrer Besprechung mit so manchem Profi-Rezensenten messen. Glückwunsch!

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