Wie Feinde zu Freunden wurden

Text und Fahnenumsetzung: Luis Bormann (Kl. 8/2)
Redakteur bei InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
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Vor genau 54 Jahren, am 22. Januar 1963, machten Deutschland und Frankreich die für mich bedeutendste Länderfreundschaft endlich offiziell: politisch, wirtschaftlich und kulturell. Beide Länder versprachen sich mit diesem Vertrag eine enge Bindung untereinander. Nach langen Jahren einer großen Erbfeindschaft und vieler Kriege wurden nun einstiege Feinde zu Freunde.
Am Sonntag, den 14 September 1958, war Konrad Adenauer, der damalige Kanzler der Bundesrepublik, auf dem Weg zu dem Mann, der jahrelang gegen Deutschland kämpfte. Er fuhr zum Chef der Regierung von Frankreich, Charles de Gaulle. Es war „Liebe auf den ersten Blick“, obwohl die beiden Männer sehr unterschiedlich waren.
Noch nie zuvor hatte Charles de Gaulle einen ausländischen Politiker privat zu sich eingeladen.
Er und Konnrad Adenauer wollten auf keinen Fall riskieren, dass sich diese Feindschaft ein zweites Mal wiederholt. Sie redeten stundenlang über die Zukunft, doch die Last der letzten Jahre war überall spürbar.
Bei aller Verschiedenheit haben die beiden Politiker eine Gemeinsamkeit gefunden: durch das Wissen, die Literatur, den katholischen Glauben. Sie wollten unter anderem ein starkes Europa schaffen, insbesondere gegen die Supermacht USA. Doch die Frage war: Sind die Franzosen schon bereit zu vergeben?
 

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer 1958 (Bundesarchiv, B 145 Bild-F015892-0010 / Ludwig Wegmann / CC-BY-SA 3.0) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F015892-0010,_Bonn,_Konrad_Adenauer_und_Charles_de_Gaulle.jpg?uselang=de

 
Man kann sagen, dass es bei den Deutschen ein tiefes Bedürfnis nach Frieden gab. Man sah es zum Beispiel bei dem Besuch von Charles de Gaulle in Deutschland im September 1962. Diese Versöhnung sollte eine Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Europa schaffen.
Am 22. Januar 1963, fünf Jahre nach dem ersten Treffen der beiden, versammelten sich Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Élysée-Palast. Sie unterschrieben den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, um ein offizielles Ende der Feindschaft zu setzen. Ich finde, der bewegendste Moment war, als de Gaulle nach der Unterzeichnung des Vertrages Adenauer umarmte und auf der Wange küsste (üblich in Frankreich).
 

 
Diese Umarmung ist so besonders, da niemand es von Charles de Gaulle, dem eigentlich gefühlslosen Menschen, geglaubt hätte. Ich finde, die beiden Männer haben einen großen Orden verdient. Das so eigentlich verschiedene Leute zwei Länder zusammengebracht haben, ist doch sehr bemerkenswert. Sie konnten somit auf wunderbare Weise Vorurteile über das Nachbarland beseitigen.
Am 22. Januar werden wir daran erinnert, wie wichtig unsere Verbinndung zu Frankreich ist. Seit dem Élysée-Vertrag sind sehr viele Städtepartnerschaften entstanden und immer mehr Kinder lernen Französisch, in manchen Bundesländern sogar als erste Fremdsprache. Auch daran kann man wunderbar sehen, wie wichtig Französisch für Deutschland ist. Ich möchte mich mit meinen französischen Freunden auf Französisch unterhalten können!!! Ich würde sagen, lasst uns den Élysée-Vertrag weiterhin mit Leben füllen.

ES LEBE DIE DEUTSCH-FRANZÖSISCHE FREUNDSCHAFT!
VIVE L’AMITIÉ FRANCO-ALLEMANDE!

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