2016

Text: Richard P. Lenz (Kl. 7/2)
Redakteur bei InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
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Es begann mit einem Aufruhr. Die Silvesternacht erschien groß in den Medien, sowohl im Fernsehen als auch in den sogenannten Sozialen Netzwerken. Da ein großer Teil der Täter einen Migrationshintergrund hatte, kam sofort der Aufschrei von Rechts. Natürlich darf so etwas nicht mehr vorkommen, jedoch nutzte die AfD das aus, um eine neue Debatte über die Flüchtlingspolitik zu starten. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry veröffentlichte folgende Frage auf Facebook: „Ist ihnen nach der Welle an Straftaten und sexuellen Übergriffen Deutschland nun ,weltoffen und bunt´ genug, Frau Merkel?“

Natürlich wurde diese Schubladen-Denken auch im weiteren Verlauf des Jahres zwar leiser, aber nicht weniger. Bei den Landtagswahlen im März konnte die AfD viele Stimmen erzielen und wurde in Sachsen-Anhalt sogar zweitstärkste Partei.

Am Dienstag, dem 22. März, kamen mehr als 30 Menschen durch Explosionen in der Innenstadt und am Flughafen von Brüssel ums Leben. Auch dieses grausame Ereignis nutzte die AfD schamlos aus, um Wähler zu gewinnen und Ängste zu schüren.

Sonntag, der 03. April, war der Tag, an dem die Panama Papers veröffentlicht werden. In die Steuerhinterziehung war auch der britische Premierminister David Cameron verwickelt, der jedoch in vier Tagen fünf verschiedene Erklärungen abgab.

An Sonntag, dem 22. Mai, fand die Stichwahl der österreichischen Bundespräsidentenwahl statt. Wir glaubten jedoch erst am Dienstag zu wissen, wie der Ausgang war. Sie wurde jedoch für ungültig erklärt. Erst Anfang Dezember hatten wir Klarheit. Auch wenn Van der Bellen gewann, ist nicht zu vergessen, dass der Rechtspopulist Hofer 43% der Stimmen bekommen konnte.

Der Juni brachte gemischte Gefühle mit sich: Trauer, Wut, Freude, Fassungslosigkeit. Die 15. Fußball-Europameisterschaft der Männer wurde am 10. eröffnet. Leider kam es zwischen manchen „Fans“ zu gewaltigen, gewalttätigen Ausschreitungen. Auch wenn die Mannschaft ihren Angstgegner Italien besiegen konnte, fand sie in Frankreich ihren Meister. Für Trauer und Verständnislosigkeit gleichermaßen sorgte der Mord an der britischen Abgeordneten Jo Cox.

Das Brexit-Votum löste an Donnerstag, dem 23., einen Schock aus. 51,9% stimmten FÜR den Austritt Großbritaniens aus der EU. Auch hier zeichnete sich wieder das Erfolgsmuster der Populisten ab. Ältere Bewohner der ländlichen Regionen machten einen großen Anteil der Brexit-Beführworter aus. Premier Cameron, der seinen Posten mit dem Votum verband, erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

20 Tage später, am 14. Juli: ein weiterer Schock. Ausgerechnet am französischen Nationalfeiertag fuhr ein LKW, gesteuert von einem Bewaffneten, in die Strandpromenade von Nizza. 84 Tote und mindestens 300 Verletzte. Einen Tag später gab es leider noch mehr Tote. Der Militärputschversuch in der Türkei forderte 194 Leben.

An Freitag, dem 22. Juli, lief ein Schüler in München Amok. Neun Menschen starben.

Der August brachte mit den Olympischen Spielen etwas Ablenkung. Der offizielle Song „Rise“ von Katy Perry handelt vom Durchhalten. Damit waren sicherlich nicht nur die Sportler angesprochen. Deutschland gelangte mit 42 Medaillen auf Platz fünf des Medaillenspiegels.

Der September begann mit einer erneuten bösen Überraschung. Die AfD wurde erneut zweitstärkste Kraft. Auch wenn sie dieses Mal nur 20% anstatt 24% erreichte, sollte es uns trotzdem zu denken geben. Denn wenn ein Parteivorsitzender das Wort „Entartung“ in den Mund nimmt, wie es Bernd Lucke tat, ist die Verwunderung darüber berechtigt, dass diese Partei überhaupt zweistellige Werte erreicht. Nur vier Prozent weniger erreichte die AfD in Berlin.

Der November war klar von einem Ereignis geprägt: die US-Wahl. Nachdem das Ergebnis, der Rechtspopulist Donald Trump gewann, bekannt wurde, gab es stundenlange Proteste vor dem Trump Tower. Auch im Kongress hatte die Republikanische Partei eine Mehrheit.

Bei einem Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt starben elf Menschen.

Natürlich hat jeder etwas anderes, das er mit 2016 verbindet. Trotzdem gab es 2016 viel Schlimmes, an das man sich erinnern muss, obwohl das Jahr vorbei ist.

Wie viele Promis sind 2016 gestorben? Ich habe aufgehört zu zählen. Wie viele Vorbilder, Inspiratoren? Aber genau deshalb müssen wir nach vorne sehen und uns auf das freuen, was kommt. In irgendeiner Weise wird es uns gut tun, 2017.

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